TRACHTENKAPELLE HASSBACH-PENK
Die Anfänge der Trachtenkapelle Haßbach-Penk gehen auf die
Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück. Bereits um das Jahr 1914
existierte unter der musikalischen Leitung von Josef Motsch ein 20 Mann
zählender Musikverein Haßbach.
In der Zwischenkriegszeit erfolgte die Wiederaufnahme der musikalischen
Tätigkeit, insbesondere zur Umrahmung kirchlicher Anlässe.
Der Musikverein war damals in Uniformen der K. u. K. Hoch- und Deutschmeister
gekleidet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, genauer im Jahr 1947
erfolgte unter Josef Prosch die noch inoffizielle Gründung des
Musikvereines. Das erste Versammlungsprotokoll unter dem damaligen Schriftführer
Leopold Höller datiert vom 15. März 1953.
Mit diesem Tag wird auch die eigentliche und offizielle Gründung
des Musikvereines angenommen. Zum ersten Obmann wurde Peter Stangl aus
Molfritz gewählt und Josef Prosch fungierte weiterhin als Kapellmeister.
Die Proben fanden in der Anfangszeit, je nach Platzangebot bei verschiedenen
Mitgliedern statt. Ab dem Jahr 1955 stand mit dem
Gasthaus Höller in Haßbach erstmals ein fixes Probenlokal
zur Verfügung.
Ab dem Jahr 1962 fungierte Leopold
Höller aus Gramatl als Kapellmeister. Unter seiner 10-jährigen
musikalischen Leitung wurden u. a. die erste Tanzkapelle gegründet
und auch die Nachwuchsförderung und Ausbildung von Jungmusikern
intensiviert.
Als engagierter Obmann stand ihm Johann Farnleitner aus Penk zur Seite,
welcher die Anschaffung der heutigen Trachten in die Wege leitete. In
weiterer Folge kam es Anfang der 70er Jahre zur Umbenennung des Musikvereines
in die heutige "Trachtenkapelle Haßbach-Penk". Des Weiteren wurde
das Probenlokal in das Penker Gasthaus Loibl verlegt, dem auch nach
dem Bezug eines Musikheimes in der ehemaligen Volksschule in Penk im
Jahr 1990 noch die Treue gehalten wird.
Abseits der herkömmlichen Blasmusik gingen aus der Trachtenkapelle
immer wieder erfolgreiche Tanzkapellen und Ensembles hervor. Das "Penker
Sextett" (später auch als "Fidele Penker" aktiv) und die "Penker
Buam" sind heute noch allen Tanzbegeisterten ein Begriff. Doch auch
das Horntrio "RaGeBa" und die Jagdhornbläser, um nur einige zu
nennen, feierten großartige Erfolge.
Als einer der längstdienenden Kapellmeister Österreichs stand
die Trachtenpelle seit dem Jahr 1972, abgesehen von
einer einjährigen Unterbrechung, bis 2007 unter der
musikalischen Leitung von Musikschuldirektor
Ernst Gersthofer.
Unter seiner Führung wurde das musikalische Spektrum der Trachtenkapelle
stetig erweitert.
Im
Programm fanden sich neben den Werken der klassischen Blasmusik auch
Highlights der modernen Komponisten, zahlreiche Werke der Klassik und
sakralen Musik, sowie zahlreiche Eigenkompositionen des Kapellmeisters.
In weiterer Folge weitete sich natürlich auch das Betätigungsfeld
des Vereines aus. Neben der Gestaltung von Frühschoppen und kirchlichen
Anlässen wurden Frühlingskonzerte, Kirchenkonzerte veranstaltet
und das bereits traditionelle Festkonzert zum
Nationalfeiertag
mit dem MGV Haßbachtal stellt einen alljährlichen Höhepunkt
im Vereinsleben dar. Desweiteren kann die Trachtenkapelle auf viele
erfolgreiche Konzertreisen im In- und Ausland zurückblicken. Die
Umrahmung des "Ruperti-Kirtages" in Salzburg, die Konzerte in Italien
und Südtirol, sowie die vom tschechischen Rundfunk ausgestrahlten
Konzerte in Prag haben bei allen Mitgliedern einen bleibenden Eindruck
hinterlassen. Die gute musikalische Darbietung des Vereines ist auch
durch die
"Auszeichnung
in Gold für Konzertmusik des Landes Niederösterreich", verliehen
von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, im Jahr 1996
dokumentiert. Diese wurde nach neunmaliger ununterbrochener Erreichung
eines "Ersten Ranges mit Auszeichnung" beim jährlichen Konzertwertungsspiel
verliehen. Im Jahr 2000 wurde der "Erste Rang mit
Auszeichnung" zum nunmehr 13. Mal erreicht.
Auch abseits der Musik ist die Trachtenkapelle Haßbach-Penk sehr
aktiv. Unter dem seinerzeitigen Obmann Dkfm. Herbert Farnleitner wurde
im Jahr 1976 die Musikschule in Penk gegründet.
Diese wurde in weiterer Folge an die Musikschule Ternitz angebunden.
Das Burgfest in Haßbach, welches bereits im Jahr 1969
zum ersten Mal stattgefunden hat, ist allen Besuchern noch in bester
Erinnerung.
Zahlreiche Eigenveranstaltungen, wie alljährliches Maispiel, Zeltfeste,
Musikbälle (es wurde ein jährlicher "Ostertanz" veranstaltet),
sowie eines Musikheurigen dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern
sind zur Finanzierung der enormen Kosten eines Musikvereines unerlässlich.
Für den klaglosen Ablauf dieser zahlreichen Veranstaltungen sorgte
ab dem Jahr 1987 mit unermüdlichem Einsatz
der Obmann
Roman
Putz. Auf seine Initiative erfolgte im Jahr 2003 die Einkleidung
des Vereines in neue Trachten. Die Trachtenkapelle konnte hiebei auf
die großzügige Unterstützung durch die Marktgemeinden Altendorf, Grafenbach-St.
Valentin und Warth-Scheiblingkirchen, die örtlichen Betriebe und natürlich
die hiesige Bevölkerung bauen.
Im Jahr 2003 feierte die Trachtenkapelle Haßbach-Penk
das 50jährige Gründungsjubiläum.
Eröffnet wurde das Jubiläumsjahr mit einer Festsitzung in der Mehrzweckhalle
Altendorf. Die neue Tracht wurde im Rahmen des Zeltfestes, zugleich
Bezirksmusikfest, in Haßbach vorgestellt. Herrschendes Kaiserwetter
und den erstklassigen Besuch wurde diese Veranstaltung ein großartiger
Erfolg.
Im Jänner 2004 wurde der langjährige
Obmann Roman Putz auf eigenen Wunsch von Wolfgang
Spies aus Gramatl an der Vereinsspitze abgelöst. Im März 2004 erfolgten
die Aufnahmen zur ersten CD
der Trachtenkapelle mit dem schlichten Titel "50". Der musikalische
Bogen spannt sich von der herkömmlichen Blasmusik über Klassisches bis
hin zu modernen Werken und Eigenkompositionen von Kapellmeister Ernst
Gersthofer. Natürlich sind auch zahlreiche Ensembles und Kleingruppen
(Bauernpartie, Bläser-, Flöten- und Hornensemble, Klarinettenquartett
und die "Brass Formation") auf unserem Erstling vertreten. Die CD ist
bei allen Mitgliedern der TK sowie bei den örtlichen Gastronomen erhältlich.
Auf dem musikalischen Sektor wurden insbesondere beim bereits zum 15.
Mal veranstalteten Festkonzert zum Nationalfeiertag in Warth und beim
Konzertwertungsspiel in Schottwien großartige Erfolge gefeiert. Weitere
Höhepunkte im abgelaufenen Jahr waren die Teilnahme am Bezirksmusikfest
und die musikalische Umrahmung des "Rupertikirtag" in Salzburg. Das
erstmals abgehaltene Sommerfest in Haßbach (vormals Musikheuriger) wurde
ebenfalls ein großer Erfolg. Zahlreiche Frühschoppen, Einweihungsfeiern
und Ausrückungen runden das musikalische Jahr 2004 ab.